Eine unerwartet perfekte Mama

In diesen Tagen sorgte ein unverhofft erfolgreiches freudiges Ereignis für Zuwachs im Katta-Gehege. Zwar war schon einige Monate bekannt, dass bei Alintaona, dem jüngsten unserer Weibchen, Nachwucht zu erwarten war, allerdings bestanden große Zweifel, ob Alintaona dieser Aufgabe gewachsen sein würde, da das Ergebnis ihrer ersten Trächtigkeit im Jahr 2024 leider nur ein totes Jungtier gewesen war.

Als letzter Nachwuchs ihrer Eltern Hero und Kirindy hatte sie außerdem – anders als ihre große Schwester Sahy-Sahy – tatsächlich noch nie eine Aufzucht in der Gruppe miterlebt. Auch war sie mit mittlerweile knapp 14 Jahren wahrhaftig keine junge Mutter mehr. Und zu allem Überfluss hatte sie auch noch seit einiger Zeit eine gutartige Geschwulst in der linken Brustwarze, die sie zwar weder störte noch ein Gesundheitsrisiko darstellte, die aber doch dafür sorgte, dass diese Zitze als Milchquelle für den zu erwartenden Nachwuchs nicht zur Verfügung stand.

So war die freudige Erwartung zwar da, aber doch recht gedämpft. Alintaona wurde regelmäßig gewogen und nahm wie erwartet zu, und mit Beginn der normalen Katta-Geburtszeit Anfang März stieg die Spannung.

Am Morgen des 17.03.25 schien alles wie sonst, Alintaona nahm wie üblich am morgendlichen Training teil und wirkte bis zum Ende gegen 10:00 Uhr gänzlich unauffällig. Als dann kurz vor 11:00 Uhr die morgendliche Fütterung auf dem Plan stand, saß sie mit dem Rücken zu den Besuchern und war völlig mit sich selbst beschäftigt und gänzlich uninteressiert an Besuchern wie Futter gleichermaßen. Aber bei intensiverer Beobachtung wurde unter ihrem Sitzplatz plötzlich ein gerade einmal schnürsenkeldicker Ringelschwanz sichtbar sowie eine noch an der Nabelschnur hängende Nachgeburt. In der vergangenen Stunde hatte Alintaona anscheinend ohne viel Aufhebens ihr Kind zur Welt gebracht und war nun schon eifrig dabei, es trocken zu lecken.

Um sicherzugehen, dass auch weiter alles glattlief, wurde die unerfahrene Mutter in den kommenden Stunden engmaschig überwacht. Und zur Überraschung der Pfleger machte sie tatsächlich alles genau richtig: zuerst wurde das Kind völlig trockengeleckt, die Nabelschnur mit den Zähnen durchbissen und die Nachgeburt genüsslich verspeist, dann suchte Alintaona sich ein geschütztes Plätzchen, um dem Kleinen mit über die Schulter gelegten Schwanz Wärme und Schutz für die ersten Lebensstunden zu bieten. Und gegen Nachmittag durfte das Kleine auch schon an die „gute“ Brustwarze und trinkt seitdem gut und mit Appetit.

Gegenüber den anderen Kattas zeigte Alintaona sich in der Folgezeit weitgehend reserviert. Das Männchen Kailo durfte nicht einmal von ferne zuschauen, die große Schwester wurde ebenfalls in deutlichem Sicherheitsabstand gehalten. Lediglich die Uroma des Kleinen, die blinde Chloe wurde in der Nähe geduldet und durfte das Baby schon gleich vom zweiten Lebenstag an anfassen und ablecken. Und so macht Alintaona, auch wenn sie die ersten Tage nach der Geburt manchmal einen etwas ratlos-überforderten Eindruck machte, instinktiv alles genau richtig.

Nach wenigen Tagen stand fest, dass es sich bei dem Jungtier um einen kleinen Jungen handelt, der nun den Namen „Vao Maraina“ (Malagasy für „Vormittag“) erhielt. Hoffen wir, dass Alintaona sich weiterhin als die unerwartet gute Mutter erweist, die ihr wahrscheinlich niemand von uns zugetraut hätte…

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